Indonesien, Java, Bromo

Indonesien, Java, Bromo

Augen zu und durch!

Total entspannt kommen wir am Flughafen in Kuala Lumpur an, geben unsere letzten Ringit für indische Teigtaschen aus (hach, das indische Essen werden wir vermissen) und stellen uns in die Check-In Schlange an. Wir landen direkt hinter einer indischen Reisegruppe von ungefähr 30 Personen inklusive 50 Gepäcktrolleys, die voll beladen sind mit in Plastik gewrappter Kisten, Koffer und Taschen. Was für ein verrücktes Treiben. Nach etwa zehn Minuten merkt der Reiseführer der Gruppe, dass sie in der falschen Schlange stehen. Glück für uns, jetzt geht alles Ruckzuck, wir sind direkt an der Reihe, müssen eine Litanei an Fragen beantworten, bevor wir unsere Boardtickets bekommen. Wie lange bleibt ihr? Gibt es ein Ausreiseticket? Und aus dem nächsten Land? Wie lange bleibt ihr da? Nachdem wir alles beantwortet haben, halten wir endlich die Boardtickets in der Hand – es geht weiter nach Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java.

Wir landen spät am Abend, bekommen während wir im Taxi sitzen von unserem nächsten Air BnB Host „Omas Homestay“ eine Nachricht per WhatsApp mit einer etwas merkwürdigen und verwirrenden Anfahrtsbeschreibung: „nur an dieser Tür klopfen, auf keinen Fall Menschen auf der Straße ansprechen und nicht an irgendwelchen Türen klingeln, um nach unserem Homestay zu fragen“ – Hilfe, was haben wir da nur gebucht und in welcher Gegend? Als wir aus dem Taxi aussteigen und an die richtige Tür klopfen, empfängt uns eine sehr kleine Frau mit den Worten „Hello I Oma! I no English, only Google Translate!“, das erklärt auch die verwirrende WhatsApp Message zuvor 😀 Oma schenkt uns was zum Trinken ein, fragt per Google Translate, ob wir noch Hunger haben, und führt uns in ein stickiges Zimmerchen im ersten Stock. Zum Glück gibt es eine Klimaanlage, ohne Fenster kaum aushaltbar. Doch keine Klimaanlage schafft Abhilfe, wenn sie nicht funktioniert. Mit Händen und Füßen erklären wir Oma, dass vermutlich die Batterie der Fernbedienung leer ist. Kein Problem meint sie, steigt auf einen Stuhl und fängt in irgendwelchen Schränken an zu wühlen. Mit neuen Batterien geht leider auch noch nix, also führt sie uns kurzerhand in ein riesiges Zimmer einen Stock tiefer. Am nächsten Morgen empfängt sie uns mit homemade Nasi Goreng und ihrer Tochter am anderen Ende der Leitung, um simultan zu übersetzen. Was für eine schöne Begegnung.

Mit einem Roller erkunden wir die Gegend. Eigentlich befinden wir uns mitten in der Regenzeit, doch die lässt dieses Jahr wohl auf sich warten. Es ist brütend heiß, die Luft trocken, die Sonne brennt auf unserer Haut. Als wir in der Innenstadt ankommen und geparkt haben, kommt das Einkaufszentrum nebenan gerade richtig für eine kurze Abkühlung. Es ist Sonntag und die Innenstadt scheint aus allen Nähten zu platzen. Auf der berühmten „Malioboro Street“ werden wir durch die Menschenmassen geschoben, vorbei an Batikshops (Yogya ist übrigens die Batik Hauptstadt Indonesiens), Ramschläden, Süßigkeitenverkäufern und am Straßenrand immer wieder Kutscher, die Stadtrundfahrten anbieten. Als wir etwas abseits vom Trubel durch einen Zaun schauen und das pompöse Gebäude dahinter bestaunen, gesellt sich ein junger Mann zu uns, der uns aufklärt: Es wird der Geburtstag des Propheten Mohammed gefeiert, einer der höchsten Feiertage im Islam und Ausnahmezustand hier auf Java. Trotz der vielen Menschen gefällt uns die Stimmung und die Stadt auf Anhieb.

Mitten in Yogyakarta auf dem großen „Alun Alun Utara“ Platz stehen zwei mächtige Bäume. Die Yogyas glauben, dass es Glück bringt, wenn man den Weg durch die Bäume mit verbundenen Augen findet. Dieser Ort ist besser als Kino. Ganze Familien machen ein Event daraus, Familienmitglieder bekommen nach und nach die Augen verbunden, bahnen sich ihren Weg, während der Rest der Familie klatschend und rufend anfeuert. Grandios. Auch wir lassen es uns nicht nehmen, und finden mit verschlossenen Augen unseren Weg durch die beiden Bäume.

Mit dem Zug nach Surabaya und Laundry Erlebnisse auf Reisen

Mit dem Zug geht es am nächsten Morgen zu unserem nächsten Stopp auf Java: Surabaya. Wir planen uns zwei Nächte hier ein, und bewusst kein Programm dazu. Für die nächsten Stopps brauchen wir ein wenig Vorausplanung. In den letzten Monaten haben wir für uns gelernt: die Zeit dafür müssen wir uns bewusst nehmen und nicht nach einem Tag unterwegs mit so vielen Eindrücken im Kopf „noch schnell am Abend ein bisschen weiterplanen“. So sitzen wir also am nächsten Tag am Pool, überlegen, recherchieren, planen, buchen und springen zwischendurch immer mal wieder ins Wasser.

So langsam werden die tragbaren Klamotten weniger und der Wäschesack dafür immer größer. Das schreit nach Waschtag. In direkter Nähe gibt es leider keine Laundry, am Empfang liegen aber Flyer aus von einer Wäscherei, die mit Hol- und Bringservice wirbt. Perfekt für uns. Wir haben mittlerweile echt viel erlebt, was Wäschereien angeht: fehlende Teile, fremde Teile, verfärbte oder eingegangene Teile – doch das hier ist eine ganz neue Erfahrung, die uns auch jetzt, ein paar Wochen später noch in Schmunzeln versetzt. Per WhatsApp nehmen wir Kontakt auf. Prompt kommt die Antwort in gebrochenem Englisch, jede Nachricht beinhaltet mindestens einmal das Wort „Sis“. Wir vereinbaren, dass in zehn Minuten ein Fahrer kommt, um die Wäsche abzuholen. Wir machen also alles bereit, stellen uns an die Straße vor der Unterkunft und warten. Nach fünfzehn Minuten klingelt das Handy „I’m there sis!“, wir: „we are in front of the hotel. Where are you?“, die Antwort: „on my way sis“. Nochmal zehn Minuten später kommen sie dann zu zweit auf dem Roller angedüst, haben eine Kofferwage dabei und wiegen unseren Wäschesack. Bisher kennen wir nur die Variante, dass sich der Preis nach dem Gewicht des gesamten Wäschesacks richtet, also erstmal nichts ungewöhnliches. Während ich mit meiner Handy Taschenlampe leuchte, füllt die Dame den Vordruck vorbildlich aus. Bei der Spalte „pieces“ stockt sie kurz, dann gibt sie ihrem Fahrer die Anweisung, zu zählen, während sie die Stückzahlen in die Liste einträgt. So stehen wir da in der Dunkelheit, mitten auf einer Straße von Surabaya, ich leuchte in unseren Wäschesack, während der Fahrer alle Unterhosen und Socken einzeln rauszieht, feinsäuberlich auf seinem Roller aufreiht und sie den Vordruck ausfüllt. Asia, we love you.

Unsere Probolinggo-Geschichte und warum wir plötzlich aus Liechtenstein kommen

Schon als wir uns in Malaysia mit zwei Asien-Vielreisenden unterhalten haben und von unseren Plänen zur Vulkantour nach Cemoro Lawang erzählt haben, haben sie uns folgenden Hinweis mit auf den Weg gegeben: „Probolinggo is the most shitty place in Asia!“ und haben uns dazu irgendwelche wilden Storys erzählt. Vielleicht etwas übertrieben, dachte ich da noch, doch auch bei unseren Recherchen zu „wie kommen wir am besten und günstigsten von Probolinggo nach Cemoro Lawang?“ stoßen wir immer wieder auf Geschichten dieser Art. Die Leute, die keine Probleme hatten, schreiben es so bestimmt nicht ins Internet, dachte ich dann. Doch auch wir verbinden im Nachhinein eher nervige Diskussionen und negative Stimmung mit dem Ort und schreiben unsere eigene Probolinggo-Geschichte.

Wir kommen mit dem Zug an, in dem Ort, über den es so viele Negativberichte im Internet gibt wie Salz im Meer und wollen direkt weiter, in das 50 Kilometer entfernte kleine Bergdörfchen Cemoro Lawang. Es gibt keinen offiziellen öffentlichen Verkehr dorthin. Die günstigste Variante: ein Grab oder Gojek Taxi, das man per App bestellen kann. Das Problem dabei: Offiziell sind die Anbieter zwar nicht verboten, doch in Probolinggo regiert die „Taxi Mafia“ und denen gefallen die Online Taxis und die günstige Konkurrenz ganz und gar nicht. Eine Abholung direkt am Bahnhof ist auf keinen Fall möglich, lesen wir am Tag zuvor noch, die einzige Möglichkeit: Bewege dich erstmal weit weg vom Bahnhof und den Hauptverkehrsstraßen und rufe dann dein Taxi in irgendeine Seitengasse. So stapfen wir also mit unseren Rucksäcken durch die stechende Mittagshitze, werden dabei von einem Rollerfahrer begleitet oder verfolgt, und permanent gefragt, wohin wir gehen, ob wir einen Transport nach Cemoro Lawang brauchen, ob wir ein Hotel brauchen und so weiter. Auf die Fragen wo wir herkommen, antworten wir heute ganz überzeugend mit „Liechtenstein“, noch ein Tipp, den wir für diesen Ort bekommen haben. „Sagt bloß nicht, dass ihr aus Deutschland kommt – das ist so, als würden euch die Dollarzeichen in den Augen stehen“. Immer wieder haben wir das Gefühl, den Rollerfahrer endlich abgehängt zu haben, als der nächste ‚Mafiosi‘ uns auf den Fersen ist. Nach 20 Minuten haben wir ein ruhiges Plätzchen gefunden und probieren unser Glück in der App. Es sind zwar einige Fahrer in der Gegend unterwegs, doch annehmen will unsere Fahrt keiner von ihnen. So bleibt uns doch nichts anderes übrig, als mit einem der kleinen gelben Bemos zum Busbahnhof zu fahren. Auf dem Weg stoppt der Fahrer an irgendeinem kleinen Hüttchen, hupt dreimal, um dem Tourenverkäufer zu signalisieren, dass er Kundschaft an Board hat und will uns erzählen, dass hier der offizielle Busbahnhof sei. Wir wissen nach unserer Recherche, dass dem nicht so ist und bestehen darauf, weiterzufahren. Ohne Murren und Knurren fährt er dann weiter und bringt uns doch zum richtigen Busbahnhof, der sich als ein Straßenstück von 200 Metern entpuppt mit einigen kleinen Warungs.

Ja, Busbahnhof hört sich erstmal offiziell und nach Öffis an, doch hier geht es eher um private Fahrer, die der ‚Taximafia‘ angehören. Ein Minivan hat Platz für ca. 15 Personen, der Preis sinkt also, je mehr Mitfahrer sich finden. Gestartet wird dann, wenn der Minivan voll ist oder die Fahrgäste das Go geben und den Preis bezahlen. Wir sind die ersten und einzigen Fahrgäste weit und breit… Zu zweit ist der Shuttle viel zu teuer, so machen wir es uns erstmal im Schatten unter einem Wellblechdach gemütlich, bestellen im Warung nebenan ein Mie Goreng und halten Ausschau, nach anderen Touristen. Endlich kommen zwei chinesische Jungs, die auch in das Bergdorf wollen und kurz darauf noch ein tschechisches Pärchen. Wir sind also schon zu sechst, das sind schon mehr Mitfahrer, als wir uns erhofft hatten, nachdem wir schon fast zwei Stunden hier sitzen und nichts passiert ist. Wir schlagen vor, loszufahren und den Preis auf sechs Personen aufzuteilen. Doch die Tschechen meinen, sie müssen es erst mit Grab oder Gojek probieren. Wir erzählen von unseren Recherchen und unserer Erfahrung zwei Stunden zuvor doch stoßen auf taube Ohren. Während der ‚Taxi Mafiosi‘ direkt nebenan sitzt, versuchen sie also, einen Plan auszutüfteln. So laufen sie zu dritt (das tschechische Pärchen und einer der chinesischen Jungs) los mit ihrem Gepäck, einen Kilometer weit weg vom Busbahnhof und rufen parallel zwei Fahrer über die App, wir sollten so lange am Busbahnhof warten und dann auf deren Signal hin dorthin kommen. Zum Glück sind wir mittlerweile ziemlich geduldig geworden, was solche Aktionen angeht – auch wenn wir etwas genervt die Augen rollen, ziemlich sicher, dass der Plan nicht funktionieren wird.

Wir sitzen und warten und warten und warten. Nach einer knappen Stunde kommen sie zurück mit hängenden Köpfen zurück getrottet, die Fahrer haben ihnen geraten, zurück zu kommen und mit dem „offiziellen Shuttle“ zu fahren, eine Fahrt mit dem Grab oder Gojek Taxi wäre zu gefährlich, sowohl für Fahrgäste, als auch für Fahrer. Ein bisschen Schadenfreude und das klassische „haben wir doch gesagt“ Gefühl regt sich dann doch in mir. So sitzen wir nach drei Stunden Warterei endlich in diesem Bus und rollen die kurvige Straße nach oben, während der Fahrer uns mit seiner E-Zigarette in Popcorn-duftenden Dampf hüllt. Ich frage mich, wie hier 15 Personen Platz haben sollen – der Bus scheint mir schon mit sechs Personen so voll, als ginge nicht mehr viel. Die Bänke sind so eng aneinander gereiht, dass alle schräg sitzen müssen, um überhaupt mit den Beinen reinzupassen. Drei Stunden Warten in praller Sonne und jetzt, wo wir unserem Ziel näher kommen beginnt es in Strömen zu regnen.

Ein staubiger Spaziergang auf einem Meer aus Sand und ein dampfender Vulkankrater

Cemoro Lawang liegt am Fuße zweier Vulkane, die in einer riesigen Caldera gefüllt mit schwarzem Vulkansand thronen. Angekommen in dem kleinen Bergdorf hört es tatsächlich gerade auf zu regnen, so werfen wir uns direkt nach dem Einchecken in unsere Lauf Klamotten, packen unsereren Rucksack und stapfen los über den ’sea of sand‘ Richtung Vulkan Bromo. Zwischendurch kommen wir uns immer wieder so vor, als wären wir auf einem anderen Planeten gelandet, der eine Mischung aus der Kulisse eines Westernfilms und einer Mondlandschaft ist. Weit und breit keine Menschenseele, nur ab und zu das entfernte Motorengeräusch eines Motorrad-Taxis, das sich den Weg über das Sandmeer bahnt.

Die letzten Meter zum Krater hin sind steil und anstrengend. Während wir eine kurze Pause machen, marschiert ein junger einheimischer Bursche locker flockig barfuß an uns vorbei und grüßt freundlich. Und plötzlich stehen wir da oben auf dem Rand eines Vulkankraters und schauen in den steil abfallenden Schlund, aus dem es brodelt, dampft und stinkt. Was für ein irre Gefühl, dem Inneren der Erde so nahe zu sein. Direkt nebenan bietet der Vulkan Batok inmitten des Sandmeers ein tolles Panorama. Während ich meine 20er mit einem lauten ‚Wooohoooo!‘ dort oben verabschiede und kurz zurück denke, an die letzten zehn Jahre, bin ich so dankbar und glücklich. Ciao, 29!

Als wir uns auf den Rückweg machen, stehen unten am Fuße des Vulkans ein paar Moped-Taxis, die uns zurück zum Ort bringen wollen. Wir laufen lieber, lassen dabei die Eindrücke noch etwas sacken. Auf dem Weg kommt der Fahrer immer wieder zu uns gefahren, fragt, ob wir nicht doch mitfahren wollen und senkt den Preis mit jedem Aufeinandertreffen. Irgendwie hat es aber auch was, mit Stirnlampe und Mundschutz über dieses Aschefeld zu laufen, langsam die Sonne untergehen und die Sterne aufgehen sehen. Es wird von Minute zu Minute kälter und die Vorfreude auf eine heiße Dusche größer. Als wir zurück kommen, brennt schon ein kleines Feuerchen in unserer Gemeinschaftsunterkunft. Warm eingekuschelt in mehreren Klamottenschichten und dicken Decken, geht es schon früh ins Bett, der Wecker klingelt um halb 3 in der Nacht.

Hallo neuer Tag, hallo neues Jahrzehnt!

Schon während ich den Wecker ausschalte und mein Blick aufs Handy fällt, sehe ich die ersten Geburtstagsnachrichten. Und dann steh ich da, mitten in der Nacht in einem kleinen Bergdorf in Indonesien, putze mir die Zähne und schaue einen Video-Zusammenschnitt der ganzen Familie an mit Geburtstagsgrüßen, breche in Tränen aus und einem „Manu schau was sie gemacht haben!“ an Manuel gewandt.

Kurz darauf wandern wir warm eingepackt auf den Gipfel eines Berges, um den Sonnenaufgang zu sehen. Je höher wir kommen, desto mehr Menschen treffen wir. Männer mit Pferden, die den Wanderern anbieten, ein Stück nach oben zu reiten, oder Frauen, die an kleinen Lagerfeuern sitzen und Kaffee, Tee und Bananen anbieten. Je höher wir kommen, desto stärker pocht auch mein Kopf und Übelkeit macht sich breit – vermutlich ist es die Höhe, die mir gerade Probleme macht. So entscheiden wir, nicht bis ganz nach oben zu wandern, sondern machen es uns mit unserer Decke unterhalb des eigentlichen Viewpoints gemütlich und warten darauf, dass die Sonne am Horizont aufgeht. Lange lässt sie auch nicht auf sich warten und steigt wie ein glühender Feuerball über den Vulkanen auf. Hallo neuer Tag, hallo 30! Was für ein grandioser Start ins neue Jahrzehnt!

Drachenwettfliegen und eine schlaflose Nacht in Banyuwangi

Zurück in der Unterkunft gibt es eine warme Dusche, frischen Kaffee und ein leckeres Frühstück. Mit einem Fahrer (ja, der Rückweg nach Probolinggo ist um einiges bequemer 😀 Wir teilen uns ein von der Unterkunft organisiertes Taxi mit einem anderen Gast) geht’s zurück nach Probolinggo, wo wir direkt in den nächsten Zug steigen. Ein wahres Geburtstagsfestmahl gibt’s dann im Zug – man wird schließlich nur einmal 30. (Keine Angst, das richtige Geburtstagsfestmahl haben wir dann ein paar Tage später auf Bali nachgeholt ;))

Banyuwangi soll unser Ziel für die nächsten beiden Nächte werden. Wir haben uns ein hübsches Bungalow inmitten der Reisfelder gebucht, schließen den Tag mit einem Spaziergang inklusive tollem Sonnenuntergang ab. Auf dem Reisfeld veranstalten die Nachbarn gerade einen Wettstreit im Drachensteigen – wessen Drache fliegt am weitesten, welcher am höchsten – die Stimmung ist besser als auf so manchem Fußballfeld. Für heute ist unsere Energie ganz schön aufgebraucht – so reicht es nichtmal mehr zum lecker Essen gehen, stattdessen gibt es ein Festmahl per Take-Away, das wir ganz gemütlich in der kleinen Küche im Reisfeld verspeisen.

Die letzten beide Nächte waren eher kurz, so ist die Vorfreude auf eine längere und ruhige Nacht ohne Wecker groß. Doch: zu früh gefreut. Bis spät in die Nacht knallt der Indo-Techno-Bass von der Hochzeit ein paar Häuser weiter durch unser Bungalow, um halb 4 beginnen vier Muezzins gleichzeitig zu singen. Ich glaube, es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich Oropax in den Ohren stecken habe und mich schlaflos von links nach rechts drehe, während ich darüber siniere, ob es wirklich die Lautstärke ist, die mich wach hält oder ob man ein neues Jahrzehnt so schnell zu spüren kriegt 😉 Als das Gebet um 5 Uhr zu Ende ist, geht die Musik der Hochzeit wieder los. Uff! Nachdem unser Host am nächsten Morgen sagt, dass das so vermutlich das ganze Wochenende über geht, entscheiden wir spontan zu verkürzen und buchen uns ein Fährticket nach Bali.

Tschüss Java, hello again Bali! Schön, dich wieder zu sehen!

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